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Über den Sprung

16. Juni 2012, 17:49pm

Veröffentlicht von Shade

Oftmals setzen sich Menschen zum Ziel, die Erleuchtung zu erlangen. Auch wenn einigen davon schon bewußt ist, daß die verkehreten Motive uns eh davon abhalten werden, diesem Ziel in irgend einer Weise näher zu kommen, haben die wenigsten begriffen, dass man diese ‚Erleuchtung‘ auch nicht erreichen kann, wenn man sich – laut Gesetz der Anziehung – darauf konzentriert.

Es gibt mehrere Gründe, warum das so ist. Normalerweise hat man eine gewisse Vorstelung zur Erleuchtung, allerdings ist es damit wie mit dem Tao: Die, die man sich vorstellt, ist nicht die wahre Erleuchtung. Weiterhin glauben viele, dass man die Erleuchtung „erreichen“ muß. Diese „Erkenntnis“ ist allerdings von jeher in uns. Wir müssen uns sozusagen lediglich daran erinnern. Deswegen kommt es auch zu diesem Sprung, dieser Teil ist keine langwierige Entwicklung, sondern ist etwas „Plötzliches“. Entweder man erkennt oder man erkennt nicht.

Michael Ende hat in der Unendlichen Geschichte ein wunderbares Bildnis mit dem Elfenbeinturm erschaffen. Der oberste Teil davon kann nicht mit Leitern und Treppen erreicht werden, sondern muß einem, laut Ende’s Worten, „gegeben werden“. Als Atréju am Ende seiner Reise den Elfenbeintrum erreicht (in jenem Moment hatte er sogar seinen Namen abgelegt und nannte sich „Niemand“) gelangt er „einfach so“ an die Spitze. Bastian hingegen will unbedingt dorthin, er will unbedingt zur Kindlichen Kaiserin gelangen, doch niemand kann Treppen in das Material schlagen und jede Leiter zerbricht. Man kann diesen Sprung nicht „gewollt“ machen und auch wenn ich jetzt schreibe, dass er erst gelingen wid, wann man in sich die Zufriedenheit gefunden hat, dass es ok ist, die Erleuchtung noch nicht erreicht zu haben, wird dieser Ratschlag erst nachträglich Wirkung zeigen. Den einzigen Satz, den ich als Tipp mit auf den Weg geben kann ist: Man kann nicht wollen, nicht zu wollen!

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