Die Jagd nach dem Licht
Es ist zwar an sich die Diskussion über lichte und dunkle Seiten, die das Thema erneut bei mir getriggert haben, dennoch... zur Zeit werden die Tage kürzer und die Nächte länger und die Reaktionen der Menschen zu diesen Aspekten liessen mich überlegen, das gesamte Bild etwas genauer anzuschauen. In meinen Augen zeichnet sich eine klare Linie aus, die spirituelle wie weltliche Ebene gleichsam durchziehen und die Frage aufbringen:
Ist diese Jagd nach dem Licht auf Dauer gesund für Mensch, Gesellschaft, Seele und Psyche?
Gerade jetzt, wo wir Menschen nach der Arbeit nach Hause kommen, und nicht nur Licht, sondern auch Fernseher anmachen, wird für mich immer wieder deutlich, wie sehr doch viele von uns nicht einfach nur die Dunkelheit scheuen, sondern alles dransetzen, sie aus den eigenen Wänden zu verjagen. Auf die Frage warum sie sich dafür entscheiden, warum sie den Winter nicht mögen und sich wieder auf mehr Sonne freuen, bekomme ich recht häufig ähnliche Antworten: In den Wintertagen (bzw, wenn die Sonne länger nicht geschienen hat), werde ich depressiv!
Persönlich glaube ich nicht an dieses Phänomen in krankhafter Weise. Heutzutage, in unserer immer schnelllebigen Gesellschaft, wird der Mensch dazu aufgerufen, 24 Stunden am Tag voll funktionsfähig zu sein. Unsere Apparate machen es vor, solange man ihnen Strom gibt, und man den An-Schalter getätigt hat, funktionieren sie, tun sie, wozu sie geschaffen wurden... bis sie - ein für alle Mal - den Geist aufgeben.
Ich weiss nicht, ob mensch merkt, dass er diesem Ideal hinterhereifert, doch finde ich es bedenklich, dass kaum einer sich der Tatsache bewusst ist, was mit diesen Apparaten passiert. Auch sie funktionieren nur bis zu einem gewissen Punkt, je weniger man sie abschaltet und wartet (man erkenne den Wortwitz), umso schneller verschleissen sie und werden irgendwann gar nicht mehr funktionieren. Aus, Ende, Punkt!
Mensch "funktioniert" da nicht anders. Somit glaube ich, dass jenes, das von etlichen Leuten als "depressiv" bewertet wird, eigentlich nur diese Auszeit ist, die Körper, Geist und Seele benötigen, um wieder aufzutanken, dieses "Warten" der Maschine sowie das "Warten" auf die nächste, neue aktive Zeit. Mensch könnte runterfahren, um sich zu erholen, wenn er denn nicht glauben würde, unbedingt immer 100% funktionsfähig sein zu müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies für den Tagesmetabolismus des Menschen gesund sein kann, auf diese Weise mit sich selbst umzugehen. Weiterhin habe ich die Theorie, dass mensch auch ein 'Jahresmetabolismus' hat, der ihn in den Rhythmus der Natur einschliesst und der sich durch diese "Lichtsucht" aus diesem herausreisst, was in meinen Augen irgendwann zu verheerenden Konsquenzen führen wird. Erste Anzeichen dafür gibt es ja schon, ich erwähne nur: Burn-Out! Auch hier sollte man das Wort bedenken... burn... brennen... man brennt mit Feuer, mit Licht...
Auch möchte ich eine weitere Ebene dieses Themas aufbringen. Je mehr ich mir unsere Gesellschaft anschaue, umso stärker wird mir bewusst, wie sehr mensch auf den visusellen Wahrnehmungskanal gepolt wird. Nicht nur hat sich Fernsehen immer stärker entwickelt, auch unsere Telefone werden immer mehr auf Sichtkontakt ausgearbeitet.
Dazu ein ganz kleines Beispiel, das vielleicht nicht einmal vielen wirklich aufgefallen ist: Während die 'älteren' Modelle unserer Handys auch zum SMS-Schreiben eingesetzt werden können, die Tasten jedoch ERFÜHLT werden können, ist man bei Smartphones gezwungen, hinzuschauen, wo man mit dem Finger hingreift um einen Buchstaben bzw eine Zahl zu tippen.
Dass auf der anderen Seite Fernseher eine immer bessere Qualität aufzeigt, die Bilder fast 'überreal' werden, lockt den Menschen zu mehr und mehr visuellen Auffassen... auch wenn das Gehirn ganz andere Möglichkeiten hat.
Während also der visuelle Wahrnehmungskanal überstrapaziert wird, liegen die anderen Wahrnehmungskanäle fast vollkommen brach. Auch hier ist mensch also nicht ausgeglichen.
Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Wie man vielerorts lesen kann (und nur seltenst hören...) werden wir in jeder Sekunde mit etwa 2 Millionen Informationen konfrontiert, wovon wir aber nur 7 bis 9 Punkte bewusst aufnehmen können. Der Rest jedoch läuft nicht an uns vorbei sondern wird unbewusst aufgefangen. Wir müllen also unser Gehirn zu - und zwar besonders mit visuellen Aspekten - ohne dass dieses je eine wirkliche Auszeit hat, um diese Informationen zu verarbeiten. Persönlich denke ich also, dass wir auch hier diese verlängerte Nachtzeit benötigen, um unserem Unterbewusstsein die Zeit zu geben, jene Informationen zu entsorgen, die sich als unnütz entpuppen. Denn wichtig ist es meiner Meinung nach, sich "bewusst" zu werden, dass wir zwar unserem Unterbewusstsein weder Platz noch Zeit geben, sich um sich selbst zu sorgen, dieses aber deswegen nicht kleiner wird. Wir erleben einen Tunnelblick und verlieren immer mehr Dinge aus den Augen... um beim Visuellen zu bleiben.
Genau dasselbe Phänomen erlebt man auf der spirituellen Ebene, bzw auf der Suche danach:
Die Leute suchen nach dem Licht der Wahrheit.
Sie kontaktieren Lichtengel .
Sie schicken Verstorbene ins Licht.
Sie schicken uns Licht und Liebe
Das Dunkle jedoch bleibt verpönt, wird als manipulativ bewertet, vielleicht weil mensch - so festgefahren wie mensch auf dem visuellen ist - es nicht sehen kann, und vergessen hat, die Dinge zu erspüren oder zu erhören...
Nur hin und wieder wenden sich einige ab, suchen in Vampirromanen nach den Geschöpfen der Nacht... die in modernen Versionen seltsamerweise auch im Mondlicht funkeln: auch sie müssen zu Lichtwesen ihrer Art werden, da mensch unfähig wird zu erkennen, dass Licht wie Dunkelheit seine 'gute' Seiten hat, not-wendig sind um einen gesunden Rhythmus zu schaffen, in welchem Körper, Geist und Seele in EinKLANG leben können.
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Für Interessierte: http://magieheute.forumprofi.de/themen-f3/visueller-un-sinn--t25.html#p51