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ANOTHER LOOK

Gläubige, Ungläubige, Gott und der Mensch!

23. März 2016, 10:43am

Veröffentlicht von Shade

 

Normalerweise greife ich nicht unbedingt ein aktuelles Geschehen auf, das in den Medien breitgetreten und verzerrt wird, weil die Leute in ihrem emotionalen Stadium nur äusserst selten bereit sind, eine Sichtweise zuzulassen, die vielleicht breiter ist als der 16" Bildschirm des Fernsehers. Doch da zur Zeit mal wieder fast jeder sein mentales Köttel zu den Terroranschlägen darbietet, wird sich vielleicht der eine oder andere darüber freuen, auch mal etwas zu lesen, das über den Horizont des PC's hinweggreift.

 

 

 

Bitte versteht mich recht! Terroranschläge jeder Art schockieren auch mich... nur eben Terroranschläge JEDER ART. Sobald eine Bombe gegen Menschen gezündet wird, die einfach bloss ihr Leben leben wollen, empfinde ich es persönlich als etwas Schreckliches, jede Art von Aggressionen, die sich gegen jemanden wenden -  sei dies nun Mensch oder Tier oder Pflanze (mit Blick auf die Vegeterroristen unter den Vegetariern) - ist in einer Gesellschaft, die auf 'Menschlichkeit', 'Zivilisation' und 'Mitgefühl' plädiert, in meinen Augen deplaziert und ungesund. Doch bin ich der Meinung, dass man all dies, in Hinblick auf die Terroranschläge, vielleicht mal etwas differenzierter betrachten kann.

 

 

 

An erster Stelle fällt mir bei den Bemerkungen der privaten Leute auf, wieviele auf Gott plädieren. Gott habe so etwas nicht gewollt, Gott würde so etwas NIIIIEEE verlangen, Gott ist Liebe ... bla bla bla. Wie persönlich Christen diese Terroranschläge nehmen ist erschreckend, so als drehe sich alles um ihren kleinen Nabel auf dieser Welt. Gerade den Christen in unseren Gegenden möchte ich hier mal ganz provokativ auf die Finger klopfen! Ohne die Kreuzritter, die die blutige Drecksarbeit für Euch übernommen haben, würde hier in Mittel- und Nordeuropa kaum jemand über Jesus und das Christentum sprechen! Nur weil im Mittelalter genau das Gleiche (nur mit den damaligen Mitteln) passiert ist, und ihr heute davon redet, das Christentum sei eine friedliebende Religion, bedeutet das nicht, dass hier nicht sogar eure eigenen Vorfahren, die Väter eurer Väter, genau dasselbe erleiden mussten wie jene Menschen, die heutzutage in Paris oder Brussel ums Leben gekommen sind... Menschen, die ihr Leben lebten - Leben und Leben lassen - und die irgendwann überfallen wurden, ohne zu wissen, wie ihnen geschah. Dass also gerade jetzt die Christen auf die Barrikaden steigen, und glauben, all dies hätte mit Gott zu tun, ist blanker Hohn gegen jeden in den eigenen Ländern, der auch nichts mit dem Christentum zu tun haben will.

 

 

 

Weiterhin mal noch ein wenig zum Nachdenken. Woher wollt Ihr wissen, dass Gott - der Allmächtige - all dies nicht will? Das Alte Testament zeigt einen rachsüchtigen, brutalen, mordenden Gott... und wer mir nun erzählen möchte, dass das heutige Christentum auf dem Neuen Testament basiert, den will ich daran erinnern, dass die 10 Gebote, auf die so gepocht wird, im ALTEN TESTAMENT stehen. Also entweder 10 Gebote und rachsüchtiger Gott, oder liebender Gott und keine 10 Gebote, also Freibrief zum Morden. Wer eine solche Hypochrisie in seinem eigenen Glauben innehat und es bis heute noch nicht fertig gebracht hat, sich auf seine Wurzeln zu besinnen und diese ehrlich zu betrachten, sollte in meinen Augen ganz kleine Brötchen backen.

 

 

 

Sollten jetzt Atheisten triumphierend aufschreien, dann bitte ich diese, auch einfach den Mund zu halten. Ein Grossteil der Atheisten braucht die Religion ebenso wie die Gottesgläubigen. Ohne Religion hätte er keinen Anhaltspunkt, um zu erklären, woran er NICHT glaubt. Ohne Religion hätte er kein Feindbild, hätte er keinen Vergleich um sich als besser hinzustellen. Die Aggressionen in den Texten und dem Benehmen vieler Atheisten ist deutlich zu entnehmen, dass das Problem nicht die Religion ist, sondern der Mensch!

 

 

 

Und genau darauf möchte ich hindeuten.

 

Glaubt Ihr echt, dass ohne Religionen, ohne Diskussionen über Gott alle Welt in Frieden leben würde? Wo lebt Ihr eigentlich?

 

Ich sage nur "Fussball-Weltmeisterschaft", bei der sich jedes Mal irgendwelche "Fans" die Köpfe einschlagen, weil eine andere Mannschaft gewonnen hat, bei der man schief angeschaut wird und beleidigt wird, wenn man einer anderen Mannschaft den Sieg gönnt.

 

Ich sage nur "Autos", bei der naserümpfend die Marke des Nachbarn angeschaut wird, und sich dann ein "besseres" Auto gekauft wird, bei der ein BMW-Fahrer sich "logischerweise" nur gegen Mercedes stellen kann usw. usf.

 

Die Rennen betreffend "wer hat den besseren aufgemotzten Motor" hat auch schon Unschuldigen das Leben gekostet, da wird sich kaum darüber aufgeregt.

 

 

 

Und mal wieder provokativ: Bloss weil die heutigen Europäer zu faul sind, bedeutet das nicht, dass sie weniger aggressiv sind... man schaue sich mal zB Autofahrer an!

 

 

 

Gott, Religionen, Glauben, sind nur eine Ausrede, seine Aggressionen auszuleben, anstatt den wirklichen Ursprüngen dieser Ängste, welche Aggressionen auslösen, auf den Grund zu gehen und diese ein für allemal zu verarbeiten.

 

 

 

Und bitte, all die "liebevollen" und "achtsamen" mögen sich ihr Nicken verkneifen. Ich habe inzwischen die unterschwellige Aggressionen dieser Menschen ausreichend miterlebt. Solange "achtsam" als Hintertürchen für pure Egomanie missbraucht wird, und "liebevoll" nur ein Freibrief ist, andere Menschen als Mittel zum Zweck zu benutzen, um sich selbst gut darzustellen, dürft ihr gerne in der Konfortzone eurer Sackgasse sitzen bleiben. Auch ihr werdet die Welt nicht "besser" machen!

 

 

 

In meinen Augen funktioniert nur ein nüchterner Blick, über Glaube und Glaubenssätze hinaus, ein gesunder Menschenverstand, der das Problem abseits von Religion oder Nicht-Religion im Gesamtbild erkennen lernt, um dann eine Lösung .... ebenso abseits von diesen Themen... zu erarbeiten. Und im Alltag ist ein respektvoller Umgang mit sich und seinen Mitmenschen, bewusst um emotionalen Ballast wie emotionale Intelligenz, das einzige, das es uns ermöglicht, Stück für Stück, aus dem Inneren heraus, etwas zu bewirken, anstatt sicher hinter seinem Bildschirm zu hocken, und die Welt verantwortlich zu machen, weil man selbst ausser Mimimi nichts mehr zustande bringt.

 

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