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Religion "Wissenschaft"

25. Mai 2017, 09:44am

Veröffentlicht von Shade

Ein Thema, das mich in letzter Zeit des öfteren begleitet hat hängt mit etlichen Diskussionen über Esoterik / Spiritualität und Wissenschaft zusammen. Während ich persönlich Einsteins Satz recht gebe, dass die Wahrheit sich eines Tages ebensosehr wissenschaftlich, wie auch esoterisch und psychologisch erklären wird, kann ich in vielen Bereichen immer noch den K(r)ampf betrachten, in welchem Menschen glauben, dass man unbedingt eine Seite wählen muss, und dass nur einer recht haben kann. Mal abgesehen, dass diese Diskussionen immer noch sehr Star-wars-lastig anmuten, möchte ich das Thema aus einem ganz anderen Winkel betrachten.

 

Doch ehe ich damit beginne, will ich gleich einmal jenen Teil aus dem Weg räumen um den es mir gerade NICHT geht.

Natürlich gibt es etliche Argumente dazu, dass die Wissenschaft nur in die Richtung forscht, die jene interessiert, die das Geld haben, die Wissenschaftler zu bezahlen, doch erst einmal gibt es inzwischen viele Quellen, die auch umstrittenere Theorien darlegen, die wahrscheinlich kaum von Interesse für die grossen Konzerne und Lobbys sind.

Doch für weitere Argumentierende möchte ich einfach bloss etwas Gedankenfutter mitgeben, damit diese einen Knochen zum Kauen haben und den Rest nicht mehr lesen müssen:

 

1) Wären es wirklich nur die Reichen, die den Kurs der Wissenschaft leiten würde, dürfte man sich die Frage stellen, welche Rolle der Vatikan darin spielt. Darf dann überhaupt geforscht werden, ob Gott existiert oder ist der Vatikan daran interessiert, dass dahingehend nicht geforscht wird, weil ein Beweis, dass er nicht existiert, dieser grossen Weltmacht....upppsss Weltreligion ein für alle Mal das Genick brechen würde?

2) Für die esoterisch Angehauchten: Inwiefern unterscheidet sich die finanzielle Lenkung einer Wissenschaft in eine Richtung, von der esoterischen Anfrage nach Licht und Liebe und Engel, die bei jedem Furz, der uns quersteht, zur Seite stehen und uns abhängig machen, während jede Einladung sich seiner eigenen tiefen und dunklen Abgründe wertebefreit abzunehmen, mit Ekel und Angst als niedere Wesen bis hin zu dem absoluten Bösen betitelt und bekämpft werden.

In vielen Fällen, esoterisch, spirituell, psychologisch wie auch wissenschaftlich, geht es zu allererst einmal darum, das Geschehen innerhalb wie ausserhalb von uns, zu erklären und verstehen zu lernen, um so einen gesunden Umgang damit zu ermöglichen. Dass dies auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig passiert, die sich durchaus verbinden lassen (man siehe u.a. Friedjof Carpa, Jill Bolte Taylor, Jeremy Narby oder Bruce Lipton, um nur ein paar aufzuzählen), wird jeder erkennen dürfen, der seinen Horizont erweitert und seine Konfortzone verlässt.

 

Zurück zum Thema:

Warum also spreche ich hier von der Religion "Wissenschaft"?

Glaube ich wirklich, dass die Wissenschaftler versuchen, eine Art Religion hervorzubringen?

 

Da ich Situationen und Trends immer etwas breitgefächerter betrachte, ist mir inzwischen aufgefallen, dass es hier wie mit vielem anderen ist: History repeats itself. Die Geschichte wiederholt sich.

 

Je mehr ich religiösen und spirituellen Gegnern zuhöre, die auf die Wissenschaft plädiere, umso mehr merke ich, dass diese Menschen einen Satz der Wissenschaftler vollkommen ausser Acht lassen:

 

Die Wissenschaftler sind dazu angehalten, ihre Erkenntnisse und Theorien immer mit der Anmerkung zu veröffentlichen, dass diese Schlussfolgerungen mit den jetzigen Möglichkeiten, Techniken und Erkenntnissen definiert werden. Dies bedeutet, dass selbst ein Wissenschaftler immer offen sein muss, dass seine Theorie widerlegt werden kann, weitere Aspekte aufbringen kann oder sich als falsch herausstellen kann, sobald neue Technologien weiter in das Thema eindringen und weitere Erkenntnisse zutage fördern.

 

Doch etliche der Leser und "weltlichen" Vertreter (also oftmals Menschen, die sich in diesen Gebieten nicht wirklich auskennen oder gar darin gearbeitet haben), entwickeln aus derzeiten wissenschaftlischen Theorien unumstössliche "Fakten", die in religiösen Kreisen DOGMEN genannt werden!

 

Also lasst mich mal die grossen religiösen Ikonen benennen, auf denen Religionen fussen obwohl diese sie nicht erschaffen oder gegründet haben:

Ebenso wie es weder zu Jesus noch zu Buddha einen Beweis gibt, dass diese die heutigen Dogmen von ebendiesen Religionen so hingestellt haben, gibt es keinen Grund, die heutigen Veröffentlichungen der Wissenschaftler als unumstösslich und nicht zu hinterfragende "Wahrheiten" hinzustellen.

Schlimmer noch: Heute sind diese Theorien von Anfang an niedergeschrieben (eben mit dem oben erwähnten Vermerk) und somit hat man einen absoluten Beweis: Dass etliche Vertreter der heutigen Wissenschaftler sich in keinster Weise von religiösen Vertretern unterscheiden. Ebenso wie der Vatikan ganze Abschnitte einer Bibel zensiert hat, um die Menschheit nicht zum Hinterfragen zu animieren, lassen heutige Wissenschafts-vertreter (und ich wiederhole noch einmal, es handelt sich nur seltenst um die Wissenschaftler selbst!) den Vermerk, dass die niedergeschriebenen Theorien keinesfalls die ewige Wahrheit verkünden, ohne mit der Wimper zu zucken unter den Teppich fallen, bloss um ihre zum Dogma gewandelten Meinungen als einzig richtig hinzustellen.

 

Dabei geht es wie bei Jesus oder Buddha nicht mehr um die Wissenschaftler, auf beiden Seiten vielleicht einfach bloss Menschen, die versucht haben und versuchen, die derzeitige Situation zu verstehen und zu erklären.

Sie sind auf allen Gebieten nur Mittel zum Zweck jener Menschen, die eigentlich nur von einer Angst getrieben sind: Jene Angst, dass ihr Weltbild auseinanderfallen könnte und sie die Illusion einer Kontrolle über das, was sie glauben zu wissen, nicht mehr aufrecht erhalten können.

 

Wie sehr dies Religionen eingeschränkt hat und von einer Weiterentwicklung abgehalten hat, dürfte jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein.

So sollte man dies im Auge behalten, um nicht die Wissenschaft selbst damit einzuschränken und den Wissenschaftler die Intelligenz und Fähigkeit abzuerkennen, dass auch diese weitere Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln können, die es Wissenschaft wie Mensch zugleich erlauben, sich weiterzuentwickeln.

 

In diesem Sinne lade ich ein, sich bei jeder Meinung, die man vertritt, zumindest zwei Punkte im Hinterkopf zu behalten:

Es gilt nur jetzt

Es gilt nur für das was ich sehe und erkenne und es gibt kein Beweis dass es sich auf all das übertragen lässt, was ich noch nicht erfahren und erkannt habe.

 

Wie sonst möchten wir uns weiterentwickeln?

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