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Bauchgefühl, auf's Herz hören, oder doch verstandesgemäss?

2. November 2014, 12:04pm

Veröffentlicht von Shade

Wie oft schon bin ich der Frage begegnet, ob man eher auf sein Herz, oder sein Bauchgefühl hören sollte, oder doch eher den Verstand einsetzen sollte. Die Menschen, die sich für intuitiv einschätzen, plädieren für das Herz oder den Bauch, die logischen Menschen glauben, dass man sich auf seinen Verstand verlassen soll. Einige wenige sagen, es sei eine Mischung von beiden, doch oftmals können sich diese dann doch nicht entscheiden, weil es zwischen beiden (oder den drei Seiten) scheinbar einen Konflikt gibt.

 

An erster Stelle fällt mir dabei auf, dass nicht jeder dieselbe Idee zu haben scheint, was denn nun Herz oder Bauch ist, mir persönlich kommt es so vor, als würden die Romantischen vom Herz sprechen, wo ja scheinbar das Gefühl zuhause ist, während der Bodenständige es eher im Bauch fühlt (im französischen und im englischen übrigens sogar in den Gedärmen, 'les tripes' oder 'the guts'). Man mag sich nun darüber streiten, ob es sich um ein und dasselbe handelt, sind es doch zweimal Gefühle, mir allerdings ist bei all dem ein ganz anderes Problem aufgefallen.

 

Wenn all diese Leute vom Verstand sprechen, sprechen sie ausschliesslich (und das Wort setze ich seltenst ein) von der logischen, rationalen Seite ihres Überlegens. Sie sprechen demnach nur von der linken Hälfte ihres Gehirns, die alles nach einer anerzogenen Logik in eine Linie aufreiht. Sie ist die Seite unseres Gehirns, die es uns ermöglicht, Sprache Wort für Wort aufzubauen, Schlussfolgerungen im Sinn von Ursache und Wirkung... nun... ich möchte nicht erkennen sagen, weil ich das für ein Fehldenken halte... zu interpretieren, und somit glaubt, die Dinge zu verstehen, wie sie funktionieren: also der Verstand.

 

Die rechte Hälfte des Gehirns allerdings ist jene, die das Gesamtbild sieht, die Zugriff auf unser Unterbewusstsein hat, welche kreativ und spontan ist und die somit das Tor zu unserer Intuition ist. Wenn ich allerdings erkläre, dass ich immer versuche, einen Ausgleich in die Arbeit beider Gehirnhälften zu finden, ist die Antwort: Ah, du bist also ein Verstandsmensch.

 

Wer kreativ und intuitiv arbeitet, und sich ein wenig mit dem Gehirn befasst hat, kennt die Ansätze, dass künstlicherisch Aspekte in der rechten Gehirnhälfte liegen. Jener weiss auch, wie plötzlich ein Gesamtbild vor dem inneren Auge auftauchen kann, das dann, Pinselstrich für Pinselstrich auf die Leinwand übertragen wird. Auch wenn es also im Körper gespürt wird, ist ziemlich klar, dass es, wie jedes Gefühl, im Kopf entsteht. Dabei möchte ich jetzt nicht auf die Gesamtheit der Gefühle eingehen, die über Serotonin usw im Kopf "gefühlt" werden.

 

Wenn ich mir diese Ansätze anschaue, dann habe ich persönlich eine Theorie, warum die Leute sich mit ihren Herz- und Bauchgefühlen so schwer machen.

 

In sehr vielen Gebieten wissen wir heute, dass wir zuerst psychisch oder gedanklich an etwas herangehen (wenn auch oft unbewusst), und, wenn wir dort nicht darauf reagieren, es sich in unserem Körper bemerkbar macht. Dies geht soweit, dass unser Körper Krankheiten aufbaut, die an sich auf psychischer Ebene als Konflikte begonnen haben.

 

In meinen Augen ist das, was wir als Bauchgefühl oder Gefühl im Herzen wahrehmen, genau gesehen nichts anderes. Unsere rechte Gehirnhälfte gibt uns Informationen und Zeichen, die wir - weil wir zu sehr auf die linke Gehirnhälfte eingestimmt sind - nicht wahrnehmen. Es bleibt also unserem Gehirn nichts anderes übrigs als den Körper zur Hilfe zu holen. Wenn wir erst einmal ein mulmiges Bauchgefühl oder Herzschmerz haben, es also physisch fühlen, werden wir wach. Vorher hat es, wie ich es gerne ausdrücke, noch nicht ausreichend weh getan.

 

Etliche Leute, die über diese Empfindungen sprechen, wollen nun jedoch verstehen, was ihnen Herz oder Bauch sagt. Um dies zu tun, intepretieren sie nun eine intuitive Information aus der rechten Gehirnhälfte mit der Logik der linken Gehirnhälfte. Ich denke, ich muss wohl kaum erklären, dass dies ebenso sinnlos ist wie wenn man versucht, die Schönheit eines Sonnenuntergangs rational zu erklären.

 

Wer beide Gehirnhälften übt, wird deswegen kaum ein Kopf- oder Verstandesmensch, er wird nur schneller mit seiner Intuition arbeiten können und gibt sich die Möglichkeit, wirklich körperlichen Empfindungen "gehirntechnisch" über beide Hemisphären erleben zu können.

 

Man denke darüber nach, mit beiden Gehirnhälften ;-)

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