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Achtsamkeit für Dich selbst... ist das so?

26. Dezember 2015, 16:10pm

Veröffentlicht von Shade

 

Ich greife vorweg, ich selbst bin zum grossen Teil eine Verfechterin dessen, dass man achtsam mit sich umgehen soll, dennoch ist für mich immer wieder wichtig, alles in einem gesunden Maß zu erarbeiten. Um mich auch von Aussen inspirieren zu lassen, bin ich ebenso achtsam mit eben diesem Äusseren, betrACHTe es, überdenke es, lasse es auf mich wirken. Dabei kommt bei mir bei einigen Leuten immer stärker die Frage auf, ob sie wirklich wissen, was sie da tun.

 

 

 

Für mich ist Achtsamkeit nur dann möglich, wenn ich einen Rahmen schaffe, der auch AUF DAUER funktioniert, und den ich durch die Gesetzmässigkeit der Entsprechung (wie innen so aussen) auch immer wieder kontrollieren kann.

 

 

 

Genau hier liegt mein erster Zweifel dessen zugrunde, was man im Internet zum Thema "Achtsamkeit" lesen kann: Die Achtsamkeit ist bei vielen NUR AUF SICH selbst bezogen.

 

 

 

Bitte versteht mich recht, auch ich bin der Meinung, dass es uns gut tut, hin und wieder innezuhalten und auf sich selbst zu achten. Ich bin persönlich zum Schluss gekommen, dass wir einen gesunden Egoismus erarbeiten sollen und ein ebenso gesunder Austausch mit anderen Leuten nur dann möglich ist, wenn wir selbst gesund "zu uns selbst" sind. Wie innen so aussen, kann eine Beziehung nur dann ganzheitlich sein, wenn sie innen wie aussen wirkt. Es ist in meinen Augen also überaus wichtig, erst einmal die Beziehung zu sich selbst zu überprüfen, um eine "gute" Beziehung mit anderen zu erarbeiten.

 

 

 

Dennoch erlebe ich viele, die bei allem und jedem kleinen Fitzelchen in Beziehung mit anderen Leuten sich in ihr "Schneckenhaus der Achtsamkeit" zurückziehen und nicht mehr hervorkriechen, solange der andere auf einen Austausch wartet.

 

Die Frage, die für mich in jenem Augenblick offensteht ist: Was nützt jemandem seine Achtsamkeit für sich selbst, wenn sie ihn davon abhält als verantwortungsbewussten Menschen in Austausch mit seiner Umwelt zu gehen?

 

 

 

Die Gefahr, dass viele diese "Achtsamkeit" dazu nützen, um ihren eigenen Egozentrismus (im Gegensatz zu gesundem Egoismus) auszuleben, um nur noch auf sich zu achten, liegt auf der Hand. Und es wird somit wieder ein Wort geben, das - weil es nicht klar genug definiert und erklärt wird - irgendwann in die Reihe jener Worte hinzugefügt wirdd, die heute einen bitteren Nachgeschmack in sich tragen, weil sie missbraucht werden.

 

 

 

Nun stellt sich vielleicht für den einen oder anderen die Frage, warum dies so ist. Meine Antwort wird vielleicht etwas grob und unfreundlich klingen, doch sie bewahrheitet sich mehr und mehr: Weil Leute, deren einzige Kompetenz das Tippen auf einer Tastatur ist, sich solche Worte krallen und mit ihnen Schindluder treiben, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht... denn das würde wirkliches Untersuchen und Lernen beinhalten.

 

 

 

Hier möchte ich mal wieder auf das schöne Sprichwort zurückgreifen:

 

 

 

ACHTE AUF DEINE WORTE...

 

 

 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.

 

Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen

 

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.

 

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

 

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

 

 

 

 

 

Und genau bei dem Satz "Achte auf deine Worte" kann man immer wieder lesen, wie unachtsam die "Ratgeber" mit ihren Rat-SCHLÄGEN um sich SCHLAGEN.

 

 

 

Es gibt in der Psychologie, in der Systemik (innere wie äussere) sowie in der Transaktionsanalyse von E. Berne sehr gute Ansätze, um zu verstehen wie der Mensch in einem gewissen Rahmen immer gleich funktioniert. Mir ist bewusst, dass es Leute gibt, die das nicht gerne hören oder lesen, weil sie glauben, dass ihnen damit ihre "Individualität" genommen wird. Ich finde es natürlich schade, dass jene Menschen nicht verstehen, dass die Welt immer noch so war und 'mensch' da nicht anders ist, als Teil der Natur. Jeder Baum ist an sich gleich aufgesetzt ist, aus den gleichen Zellen, und dennoch ist jeder Baum anders. Was also ist das wahre Problem dieser Leute? Das allerdings sprengt den Rahmen meines Textes.

 

 

 

Wer sich also mit dem Menschsein auseinandergesetzt hat, weiss irgendwann, dass es Worte gibt, die das Gegenteil dessen auslösen, das wir gerne erreichen wollen.

 

 

 

So setzt jedes "müssen" uns unter Druck, das - so scheint es doch eigentlich jemandem, der achtsam mit sich umgehen will, klar zu sein - alles andere als ein achtsamer Umgang mit sich selbst ist.

 

 

 

Wenn von ALLEN oder NIEMANDEM geredet wird, sobald nach aussen geschaut wird, wird doch innerlich klar definiert, dass man SELBST ander oder gar besser ist, denn - lest euch durch die Texte - die anderen sind immer schlechter drauf und die "Ach so ACHtsamen" sind doch so weise, dass sie das Recht haben, die anderen zu belehren und zu verbessern. Ist dies ein achtsamer Umgang mit anderen? Ist dieser Umgang respektvoll, oder könnte man - wenn man denn wolle - auch nachfragen, warum der oder die andere gerade so fühlt, so dass diese Achtsamkeit, die man hütet wie Gollum seinen Schatz, auch anderen zukommen könnte?

 

 

 

Auch diese oftmals zitierten Gedanken, wie man doch sein Leben so 'kontrolliert' achtsam führt, zeigen erste Anzeichen dafür, dass Teile von uns ignoriert, negiert und verdrängt werden. Es geht um "Dankbarkeit" um "Lächeln" um "Winterblues, NEIN danke" (wir wissen aber schon, dass das Gehirn, NEIN und NICHT aussen vor lässt, oder?). Der Gedanke, auch hier achtsam innezuhalten und sich zu fragen, warum denn nun ein Anteil von uns vielleicht schlecht drauf ist, dass auch dieser Teil uns etwas sagen kann, der auf Dauer wichtig und notwendig ist, wird oft mit einem "Lächeln" und sogenannten positiven Gedanken (dazu kann man mehr bei ÜberdACHT lesen) einfach übertünscht. Wenn ich jedoch diese Haltung nach aussen trage bedeutet das, dass ich nicht mehr auf gesunde Weise mit mir umgehe. Denn, wenn ich mich verletzte, verarzte ich es auch, warum also soll ich die unguten Gefühle meiner Seele/Psyche auf so drastige Weise ignorieren?

 

 

 

Wie viel Druck wird also aufgesetzt dadurch, dass ich glaube, sozusagen ACHTSAM mit mir umzugehen, wo dieses Achtsam-Sein in einen Haufen Regeln verpackt wird, so dass nicht wirklich Zeit gelassen wird, einfach hin und wieder seinen Blick schweifen zu lassen und die Aussicht zu geniessen.

 

 

 

In diesem Sinne die Frage: Wie kann man achtsam mit dem Wort "Achtsamkeit" umgehen?

 

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S
Was kan man den machen um Artsammer mit sich selbst umzu gehen? <br /> Atemübungen, Meditieren, einen Spaziergang machen und sich in aller Ruhe das was um uns ist wahr nehmen?
Antworten
S
Hallo Gregory,<br /> <br /> Ich bin vorsichtig damit zu behaupten, dass das was du erklärst, wirklich das ist was Leute vielleicht unter dem Ausdruck verstehen, denn die grosse Frage, die mir bleibt ist: Warum tun sie es dann nicht???<br /> <br /> Auch denke ich nicht, dass es wichtig ist, WELCHE Tätigkeiten in der Achtsamkeit involviert sind (für mich kann JEDE Tätigkeit achtsam ausgeführt werden), sondern auch hier: WARUM werden einige Tätigkeiten achtsam ausgeführt und andere so gar nicht.<br /> <br /> Liebe Grüsse
G
Liebe Shade,<br /> ich kann deinen Ausführungen bestens folgen.<br /> Mir scheint, dass das Wort Gewahrsein zum Ausdruck bringt, was die meisten Menschen unter Achtsamkeit verstehen, nämlich innere und äußere Dinge unbewertet aufzunehmen und anzuerkennen, d.h. den Fähigkeiten entsprechend im Moment zu leben.<br /> <br /> Wie du ebenfalls schon angedeutet hast, ist Achtsamkeit, auch meiner Einsicht nach, durchaus ein Prozess, der mit Tätigkeiten verbunden ist. Welche Tätigkeiten könnten dabei involviert sein, und was macht die Achtsamkeit nun so besonders? <br /> <br /> lgg
S
Persönlich denke ich, dass da jeder wieder individuell damit umgeht... also all diese Worte "gleich" bewertet.<br /> Ich würde folgendermassen daran herangehen.<br /> <br /> Ge-Wahr-Sein... Wahr sein, also real oder 'reell' sein? Im englischen sagt man, "to get real", also eben aus dem Kopfkino raus und sich die Dinge realistisch betrachten.<br /> <br /> Gegenwärtig... da kommt mir der Gedanke "Gegen das Warten" also im Jetzt, nur schwingt da ein rosa Krokodil für mich mit - "gegen" also nicht ausreichend in das Hin-Zu" formuliert.<br /> <br /> Inwiefern sich nun Gewahrsein von der Achtsamkeit unterscheidet, auch hier kann ich nur meinen Gedankengang anbieten. So wie ich gerade das "GewahrSEIN" betrachtet habe, würde ich es stärker mit der Identität in Verbindung setzen. Man ist "so", während für mich persönlich die Achtsamkeit fast eine Tätigkeit ist.<br /> <br /> Innehalten ist für mich diese bewusste Entscheidung, STOP zu sagen, um mir die Zeit zu nehmen, wieder bei mir anzukommen, als Ich in meinem Umfeld, also meine Position im Gesamtbild wiederzufinden.<br /> <br /> Doch wie immer, dies sind meine Gedankengänge, vielleicht kannst du sie ja ein wenig mitgehen :)<br /> <br /> Liebe Grüsse
G
Ja, und dann gibt es dann auch noch das hübsche Wort 'Gewahrsein', oder 'gegenwärtig sein'. Das beschreibt wohl ein 'reines Beobachten' ohne jede Bewertung.<br /> Inwiefern unterscheidet sich nun das Gewahrsein von der Achtsamkeit? <br /> Und welche Rolle spielt dabei das Innehalten?
S
Um den Geschmack der Birne in Worte zu fassen, muss man ganz "da" sein. Man lässt es über die rechte Gehirnhälfte auf sich wirken und äussert es über die linke Gehirnhälfte. In jenem Augenblick ist man vollkommen achtsam