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ANOTHER LOOK

History repeats itself

27. Januar 2014, 12:41pm

Veröffentlicht von Shade

"Dich habe ich nun nicht erwartet," sage ich, als ich in braune Augen schaue und nicht in die von mir erwarteten stahlblauen...

 

"Ich weiss," meint er lachend, "das hier jedoch betrifft nun einmal mich, und deswegen bin ich der Meinung, dass ich auch meinen Beitrag dazu leisten kann."

 

Er blickt mich an, und eine Strähne fällt ihm ins Gesicht. Wieder lacht er und bläst sie sich aus dem Auge.

 

"Ausserdem," meint er dann wieder ernst, "kann es vielleicht helfen, wirklich zu klären, dass es hier nicht um Parteien geht, die es zu ergreifen gilt, sondern dass es darum geht, das Gesamtbild erkennen zu lernen. Und," er macht eine kurze Pause, "inwiefern das Gesamtbild nicht dem entspricht, was sich die meisten vorstellen, das möchte ich heute aufbringen."

 

"Und wie willst du das tun?"

 

Ich bin neugierig, auch wenn mir sein lockerer Umgang nicht unbekannt bin, ist mir bewusst, dass er oftmals für eine Überraschung gut ist.

 

"Ich möchte euch eine Geschichte erzählen," beginnt er, "die Geschichte eines Helden, der sich dafür entschied, den Menschen das Licht zu bringen..."

 

"Im menschlicher Form weilte er unter den Menschen und versprach ihnen das Licht, das Gott und Göttern zuteil war. Man warnte ihn vor dieser Tat, doch hörte er nicht auf die Warnungen, sondern erklärte jene, die ihn davon abhalten wollten zu seinen Feinden und Widersachern. Immer wieder betonte er, dass es ihm gelingen würde, den Menschen das Licht zu bringen, dass nur er dies zustande bringen konnte, dass nur über ihn die Menschen eben dieses Licht bekommen könnten."

 

Er schweigt und schliesst seine Augen.

 

"Und so kam es wie es kommen musste," meint er seufzend, "er wurde für seinen Hochmut bestraft, musste furchtbare Qualen erleiden. Denn es spielt keine Rolle ob man göttlicher Herkunft ist oder nicht. Wer dem Menschen nicht vertrauen kann, seinen eigenen Weg zum göttlichen Licht zu finden, wer den Menschen für unfähig hält, dass er sich selbst entwickelt bis er jenes Licht erkennen kann, der wird erfahren, was es bedeutet, sich über einen Gott zu stellen."

 

Wieder tritt Stille ein.

 

"Und was ist mit den Menschen passiert," da ich einer bin, interessiert mich die Antwort auf diese Frage schon.

 

"Ihnen wurden die Laster und Untugenden zuteil, die einige von ihnen auch heute noch zu bekämpfen versuchen," erkärt er mir, "und einige der Menschen halten immer noch an der Hoffnung fest, dass ein Halbgott die Erde betreten wird, der sie von den Lastern befreien wird, so wie der Held von seinen Qualen befreit wurde."

 

Er lacht.

 

"Jetzt, da er an der Seite des Gottes steht, und all dies von oben herab betrachten kann, weiss auch er, dass es die Entscheidung der Menschen ist, nicht auf diese Hoffnung zu warten, jene, die immer noch eingeschlossen im Dunkeln liegt. Sie können jederzeit das Licht ergreifen, sie können jederzeit das Licht als das erkennen was es wirklich ist, ihr eigener innerer Kern, frei von allem Glauben, dieses Licht sei nur Göttern zuteil geworden."

 

Er blickt mich an, dann flüstert er.

 

"Und sollte er es je vergessen, so wird ihn die Narbe immer wieder an seinen eigenen Weg erinnern, auf welchem auch er erfahren musste, dass er nicht anderes ist als ein Mensch, der das Licht nicht bei einem Gott suchen muss."

 

Dann schweigt er.

 

"Und?"

 

Ich weiss nicht genau, worauf ich noch warte.

 

"Nichts und," meint er, "erkenne die Parallelen, erkenne die Facetten, oder nimm es als Geschichte wahr, die kein Für und kein Wider in sich trägt, sondern einfach eine Geschichte ist, seit Aeonen erzählt und wieder erzählt, in jener Form, die für die jeweils derzeitige Menschheit wichtig war. Nicht mehr und nicht weniger."

 

Wieder lacht er, es ist befreiend.

 

"Wer weiss, vielleicht erkennt der eine oder andere, worum es wirklich geht," sind seine abschliessenden Worte.

 

Dann steht er auf, und verbeugt sich leicht.

 

"Es war mir ein Vergnügen," sagt er, dann entschwindet er.

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