Das Innere Kind
Es gibt einen Punkt, den ich persönlich noch erläutern möchte, ehe ich auf das eingehen werde, was ich als "Inneres Teamwork" bezeichne. Wenn ich die verschiedenen Ich-Zustände erkläre, wird beim Kind-Ich oft auf das Innere Kind verwiesen. Ich möchte mich davon um einiges distanzieren, weil bei der Theorie des Inneren Kindes das Erwachsenen-Ich und das Eltern-Ich nicht immer voneinander getrennt betrachtet werden, die Verurteilung des Inneren Kindes wird somit dem erwachsenen Anteil von uns selbst zugeschrieben... und man läuft Gefahr, sich selbst unbewusst über das eigene Eltern-ich zu bewerten oder gar zu bestrafen.
Weiterhin fällt mir auf, wie oft Kunden mit dem Tipp, sich mit dem inneren Kind zu befassen, sozusagen alleine gelassen werden. Wie sie das nun tun sollen, ist eine ganz andere Frage... bzw. jeder kann anders damit umgehen, und deswegen ist es schon wichtig, Ideen mitzugeben oder aber sicherzustellen, dass die Person auch damit klarkommt.
Auf jeden Fall habe ich oftmals das Gefühl, als ob Menschen nicht wirklich informiert darüber sind, was es denn nun mit dem Inneren Kind auf sich haben könnte, und - und genau das finde ich nun doch recht schlimm - handelt es sich bei diesen Menschen oftmals um Kunden, die als Kind traumatische Erfahrungen erlebt haben und diese absolut nicht ohne Unterstützung noch einmal hervorholen sollten.
Eine Zurückführung über eine Zeitlinie (Timeline) sollte von professionneller Seite geleitet sein, um so gegebenfalls den Menschen aufzufangen und ihm zu helfen, sich von den erlebten Situationen zu dissoziieren, wenn er sich wieder an diese erinnert.
Hiermit also möchte ich klarstellen, dass das in meinen Texten erklärte Kind-Ich an erster Stelle an die sinnliche und emotionale Seite im Hier und Jetzt ansetzt, und meine erklärten Techniken nicht dazu da sind, um traumatische Kindheitserfahrungen alleine und ohne professionnelle Unterstützung hervorzuholen und zu verarbeiten.