Warum Ich (6)
Ehe ich nun zu Arbeiten und Lösungen kommen werde, die man ausprobieren kann, um mit sich selbst... oder sollte ich sagen... wie man mit seinen Selbsten in Frieden ist, möchte ich einen Punkt aufgreifen, der vielleicht für den einen oder anderen wichtig sein mag, weil ihm jener Stein noch im Weg liegt...
Manch einer mag nach den einzelnenTexten dennoch die Frage haben, ob es wirklich gesund ist, sich so stark auf sich selbst zu konzentrieren, so stark... nun... egozentriert zu sein. Vielleicht klingen meine bisherigen Worte für den einen oder anderen zu sehr nach "Nach mir die Sintflut", und genau diesen Punkt möchte ich noch einmal hervorheben und näher erläutern, so dass es keine Missverständnisse zu dem gibt, was ich bezwecke.
Ich möchte also hier ganz klar hervorstreichen, dass dieser Blick auf sich selbst in keinster Weise bedeutet, dass man sich nicht mehr um andere kümmert, sich nicht mehr mit anderen austauscht, dass man sich als Eremit in seine Wohnung verkriecht, ohne Kontakt mit seinen Mitmenschen, mit denen man einen liebe- und respektvollen Austausch pflegen soll. Und es bedeutet umso weniger, dass sich nun alle Welt um uns drehen sollte (wo wären wir dann wieder gedanklich?).
Um es mit einer Metapher zu erklären, möchte ich kurz auf unsere Erde hindeuten. Auf diesr ist der Ablauf des gesunden Lebens nur dadurch gewährleistet, dass die Erde nicht nur um die Sonne dreht, sondern auch UM SICH SELBST! Nur diese beiden Kräfte machen aus der Erde was sie ist.
Ebenso betrifft es uns. Wenn wir um andere drehen, bzw erwarten, dass die anderen um uns drehen, vergessen wir sozusagen, uns mit einer Eigendrehung in Ausgleich zu bringen und in Balance zu bleiben.
Wenn wir jedoch an erster Stelle den Umgang mit uns selbst pflegen, wenn wir lernen, liebe- und respektvoll mit uns selbst umzugehen, nur dann haben wir ausreichend Liebe und Respekt inne, um ihn mit anderen in voller Authentizität zu teilen.
Nur wenn es uns selbst gut geht, können wir uns auf gesunde Weise mit anderen austauschen.
Und nur wenn wir uns immer wieder Zeit für uns selbst nehmen, haben wir die Kraft, aufrichtig anderen gegenüberzutreten und an ihrer Seite zu stehen, und zwar als den authetischen Menschen, der wir sind, ohne uns verstellen zu wollen (denn nein, um müssen geht es hier nicht), um zu glauben, anderen gerecht zu werden... obwohl diese es vielleicht gar nicht von uns verlangen (wir erinnern uns: Die Landkarte...)
Wer immer dies für egoistisch hält, dem möchte ich Ambrose Bierce Erklärung zum Wort "Egoist" mit auf den Weg geben: Ein Egoist ist einer, der mehr an sich denkt als an mich.
Jener gesunde Egoismus klärt, dass wir uns um uns selbst kümmern, dass wir darauf achten, dass es uns gut geht, so dass wir genau das mit anderen teilen können, was wir haben und sind: Ego: Ich!