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Wo bin ich in der Kommunikation (4)

10. August 2013, 10:15am

Veröffentlicht von Shade

Sehr oft darf ich bei den Problemen, mit denen Leute an mich herantreten, erkennen, dass sich die Leute missverstanden fühlen. Sie sind sich absolut sicher, dem 'anderen' doch genau gesagt zu haben, worum es geht, was sie erwarten, sie sind absolut klar in dem Punkt, dass sie dem anderen gegenüber Grenzen gesetzt haben. Dennoch scheint dieser 'andere' die Grenzen wohl eher als Einladung anzusehen als als Stoppschild.

 

Meine Idee, die ich in einem solchen Fall gerne aufgreife ist die Idee der "4 Seiten einer Nachricht" von Friedemann Schulz von Thun, bei welcher es darum geht, die wichtigen Aspekte dessen, was man dem anderen sagen will so auszufüllen, dass ein Missverständnis eigentlich kaum mehr möglich ist (auf die Punkte werde ich noch eingehen).

 

Erstaunlicherweise ist die Antwort darauf sehr oft die gleiche: Sprichst du von dem 4 Ohren Modell?

Nun, das 4 Ohren-Modell nimmt genau dieselben Punkte auf, betrachtet sie allerdings von der Seite des "anderen", wie dieser also unsere Nachricht versteht. Der Haken an diesem System ist... wie sollte es anders sein... dass wir uns wieder beim anderen befinden und wieder das Gefühl haben, dass wir keine Macht darüber haben, was der andere nun verstehen will oder kann. Wieder geben wir unsere Verantwortung und unsere Macht ab, wieder sind wir das Opfer im Problem.

 

Doch meine Frage ist ganz einfach: Hast du die 4 Seiten denn auch selbst gefüllt, damit der andere sie so verstehen konnte, wie du sie meinst?

Die Antwort ist auch oft dieselbe: Nein!

 

Genau auf diese Übung möchte ich eingehen. Welche 4 Seiten sind zu füllen, und worum geht es.

 

Die 4 Seiten sind folgende:

Der Sachinhalt: Oftmals sprechen wir über etwas, dennoch liegt hinter unserer Aussage vielleicht ein ganz anderes Thema. Es kann auch für sich selbst helfen, noch einmal durchzugehen, was man eigentlich in Wirklichkeit sagen will.

Die Selbstoffenbarung: Es geht hier nicht darum, - um es mit den Worten meiner Mutter auszurdücken ;-) - sich im geistigen Négligé zu zeigen, sondern sich selbst zu positionieren, zu klären, wie man selbst zu der angesprochenen Situation steht, sich fühlt usw.

Die Beziehung: In welcher Beziehung steht man zu der Person, mit der man spricht? Fühlt man sich ihr gleichgestellt, oder betrachtet man sie von unten? Hier kann ein Blick auf die Transaktionsanalyse helfen, um festzustellen, dass man sich vielleicht kleiner oder grösser macht als den anderen... und warum.

Der Appell: Was immer wir sagen, sagen wir jemandem, weil wir etwas von ihm erwarten. Es ist sinnvoll, diesen Punkt klar zu definieren, damit man auch bekommt, was man möchte und nicht, was der andere unseren Worten entnimmt. Allerdings kann es auch deswegen hilfreich sein, weil man merkt, dass man etwas Unmögliches verlangt und man so das Gespräch komplett lässt und sich Atem und Energie erspart.

 

Die Punkte in einem realen Gespräch von gleich auf jetzt zu beachten ist natürlich nicht einfach, aber besonders bei Emails und Foren kann man gut üben.

Antwortet der andere nicht wie erwartet, liegt es vielleicht daran, dass man die Punkte selbst nicht sauber geklärt hat... und somit ist man wieder bei sich und bei dem Teil, den man selbst handhaben kann.

 

 

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